Tarif

Frage von Gast

Hallo, warum gibt es kein daily capping, wie bspw. in London oder Singapur, wo immer der "absolute Bestpreis" für den Kunden berechnet wird? Auch unter Einbezug von 10er Tickets, Tagestickets, usw.
Erst dann würde m.M.n. die breite Masse der Gelegenheitsfahrer wirklich umsteigen.
So besteht die Gefahr, dass ich z.B. an einem Tag 6x durch Düsseldorf fahre und mit einem Tagesticket erheblich günstiger wäre.

Antwort von VRR Team MB

Hallo,
danke für Ihren Beitrag. Wir haben bei der Tarifentwicklung verschiedene Tarifmodelle betrachtet, unter anderem auch Modelle aus anderen Ländern. In unseren nextTicket-Praxistest im Jahr 2018 konnten wir darüber hinaus viele Erfahrung zu den Kundenwünschen sammeln. Hier wurde zum Beispiel der normale VRR-Tarif mit einer Bestpreis-Berechnung auf Basis von 4erTickets, 10erTickets und TagesTickets mittels Check-in/Check-out getestet.

Unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten, z.B. dem heutigen Preisstufensystem im VRR, haben wir einen passenden und kundenfreundlichen Tarif entworfen, der die Luftlinie zwischen der Start- und Zielhaltestelle nutzt. Das Thema Tageskappung haben wir auch hier betrachtet. Da das VRR-Gebiet jedoch von der Fläche sehr groß ist und somit sehr unterschiedliche Distanzen gefahren werden können, ist eine einheitliche Tageskappung nicht umsetzbar. Eine preisstufendifferenzierte Kappung ist ebenfalls schwierig, da Kunden verschiedene Distanzen und somit verschiedene Preisstufen am Tag fahren können.

Daher haben wir versucht, ein Modell zu entwerfen, das möglichst losgelöst vom analogen Flächenzonentarif und den Preisstufen ist. Ab 4 Fahrten innerhalb von 30 Tagen gibt es 10 % Rabatt, ab 20. Fahrten innerhalb von 30 Tagen gibt es sogar 50 % Rabatt. Durch die Bepreisung auf Basis der Luftlinie werden viele Fahrten schon automatisch günstiger als heute, Preissprünge an den Flächenzonengrenzen gibt es nicht mehr. Als Rückfallebene zahl ein Kunde aber nie mehr als den EinzelTicket-Preis der heutigen Preisstufe pro Fahrt.